Wie kamen die Sandhasen zu Ihren Namen und warum Frankfurt am Sand?
In früheren Zeiten war es manchmal üblich, dass die Einwohner der Dörfer sich „Spitznamen“ gaben,
oder erhielten, die sich auf eine Eigenschaft oder geographische Lage bezogen.
So wurden die Benshäuser als „Sandhasen“ bezeichnet,
weil der Boden sehr sandhaltig ist und durch die Wasserüberflutungen wurde
der feine rötliche Kies auf die Straßen, Äcker und Wiesen geschlemmt.

Dieser feine Sand wurde abgebaut und als Scheuersand für die Holzböden von Wohnzimmern usw. verkauft.
Des weiteren mussten die Bauern sich auf den sandigen Äckern herumplagen.
Weil das emsige Getue aussah, als wären die Hasen   über die Äcker gerannt, kamen die Benshäuser zu ihrem
bis heute noch bekannten Spitznahmen „Sandhasen“.

Zweitens war Benshausen früher bekannt durch das Straßenfuhrwerk und den Weinhandel.
Benshausen wurde als „der Weinkeller des Thüringer Waldes“ bezeichnet.
Mit ca. 100 Fuhrmannspferden wurde der Wein alljährlich (ca.4000 Eimer [1 Eimer = 74 Maβ]
Rhein-, Pfälzer-, Franken- und französische Weine)
in Benshausen eingelagert und nach Sachsen, Mecklenburg, Preußen, Schlesien, bis nach Pommern und Polen gebracht,
um auf der Rückreise andere Handelsgüter mitzubringen, wie z.B. Getreide- meistens Weizen, dürren gepökelten Fisch usw.

Der aus dem Frankfurter Raum stammende Wein wurde teilweise eingelagert und im gereiften,
guten Zustand wieder in den Frankfurter Raum zurück transportiert und gewinnbringend verkauft.

Weil ein solcher Umschlag von Handelsgütern normalerweise in großen Städten mit Hafen erfolgte,
wurde Benshausen durch seinen sandigen Boden  „Frankfurt am Sand“  genannt.

Dies ist eine Erklärung.

Wer eine bessere Erklärung hat, oder meint, die Richtige zu haben, melde sich bei mir.

Ich habe immer ein offenes Ohr dafür.

Erstellt von Holger Hiob

Benshausen, im Dezember 2010


zurück zum KVB